Axel Troost: Im Blick der Kampf gegen Arbeitslosigkeit

Bundestagsabgeordneter Axel Troost (Die Linke) über seine persönlichen Momentaufnahmen

16.04.2009 / Weser Kurier, 15.4.2009
Axel Troost auf einer Kundgebung in Bremerhaven

Die Bundesrepublik Deutschland wird 60. Was waren die großen Momente der vergangenen sechs Jahrzehnten? Persönlichkeiten aus Bremen und Niedersachsen erinnern sich in persönlichen Momentaufnahmen.

Heute:
Axel Troost (55), Bundestagsabgeordneter (Die Linke) aus Bremen.

„1975 überschritt die Zahl der registrierten Arbeitslosen erstmals die Millionengrenze. Ich war 21 Jahre alt, am Beginn des Hauptstudiums der Volkswirtschaftslehre in Marburg und bereits zu diesem Zeitpunkt entschlossen, nach Mitteln und Wegen zu suchen, damit diese damals in der Bundesrepublik noch neue Geißel schnell wieder beseitigt würde.

Es kam anders: 1982 lag die Massenarbeitslosigkeit bei über zwei Millionen, Anfang der 90er Jahre wurde dann die drei und Vier-MillionenGrenze überschritten. Seit 1975 prägt mein wissenschaftliches und politisches Leben der feste Wille, die Massen und Langzeitarbeitslosigkeit in der Bundesrepublik
nicht nur zu beklagen, sondern für wirkliche Schritte zu ihrer Beseitigung zu kämpfen. 1979 bin ich der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik beigetreten, um mit anderen Wissenschaftlern eine andere Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik zu entwickeln. 1999 habe ich in Mecklenburg- Vorpommern geholfen, in einem Modellprojekt neue Wege einer nachhaltigeren Arbeitsmarktpolitik konkret umzusetzen. 2004 hat mich die Empörung über die Hartz-Gesetze in die Parteipolitik und dann in den Bundestag gebracht. Seit 35 Jahren nehme ich mit Verbitterung immer wieder zur Kenntnis, dass in großen Teilen der SPD, ebenso wie in der CDU, nicht wirklich Maßnahmen zum Abbau von Arbeitslosigkeit in Angriff genommen werden. Es sind leider entweder nur Scheinaktivitäten oder Maßnahmen, die nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Arbeitslosen
bekämpfen. Im 60.Jahr der Bundesrepublik wünsche ich mir gerade in dieser Frage mehr Ehrlichkeit von Wissenschaft, Politik, der Wirtschaft und den Gewerkschaften.“

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- Dr. Axel Troost, PIW Progress-Institut für Wirtschaftsforschung GmbH, Bremen/Rostock/Teltow, 2002 -

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