DGB Hessen, Eckpunkte für eine zukunftsfähige Dienstleistungspolitik in Hessen

02.10.2009 / DGB HESSEN

Vorwort

Seit den 50er und 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, in denen die deutsche Wirtschaft noch vom produzierenden Sektor geprägt war, hat sich die Wirtschaftstruktur in Deutschland und auch in Hessen deutlich verändert. Seit Mitte der 1970er Jahre arbeiten mehr als 50 Prozent der Erwerbstätigen im Dienstleistungssektor – dieser Anteil ist mittlerweile auf deutlich über 70 Prozent angewachsen. Der DGB Hessen hat dies zum Anlass genommen, den Dienstleistungssektor und insbesondere die Beschäftigung darin genauer zu beleuchten. Dabei ergeben sich im Detail große Unterschiede: Während der Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen gut aufgestellt ist und dynamisch wächst, besteht bei der Gruppe der sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen – also in den Bereichen öffentliche Verwaltung und Sicherheit, Bildung und Erziehung sowie Gesundheits- und Sozialwesen – eine beträchtliche Lücke und mithin ein entsprechender strukturpolitischer Handlungsbedarf. Nicht zuletzt die hohe Abhängigkeit vom Außenhandel hat dazu geführt, dass die Weltwirtschaftskrise und der mit ihr einhergehende weltweite Nachfragerückgang Deutschland besonders trifft. Nach Auffassung des DGB Hessen bietet eine wirtschafts- und strukturpolitische Strategie, die Wertschöpfung und Beschäftigung im Bereich der sozialen und gesellschaftsorientierten Dienstleistungen fördert, eine große Chance, die schlechte binnenwirtschaftliche Entwicklung der jüngsten Vergangenheit und die einseitige Exportorientierung der deutschen Wirtschaft zu überwinden.

Stefan Körzell
DGB-Bezirksvorsitzender

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