Immer mehr Leiharbeit in Sachsen – Beschäftigte gleichstellen!

Pressemitteilung von Dr. Dietmar Pellmann sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE in Sachsen

06.12.2012 / linksfraktionsachsen.de, 05.12.2012

Zur Antwort der Staatsregierung auf die Kleine Anfrage „Leiharbeit in Sachsen“ (Landtags-Drucksache 5/10491) erklärt der Fragesteller und sozialpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Dietmar Pellmann:

Am 30. Juni 2012 waren in Sachsen 48.500 Personen durch so genannte Leiharbeitsunternehmen vermittelt. Das waren über 3.000 mehr als drei Monate zuvor. Im Vergleich zu Ende Juni 2007 betrug der Anstieg sogar fast 7.000 und damit 14 Prozent. Vermittelt wurden die Betreffenden von insgesamt 684 Leiharbeitsunternahmen, wovon lediglich 383 ihren Stammsitz in Sachsen hatten und demzufolge auch nur diese im Freistaat steuerpflichtig waren.

Der Anstieg der Leiharbeitsverhältnisse vollzog sich vor dem Hintergrund offiziell sinkender Arbeitslosigkeit. Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass der Rückgang der Arbeitslosenzahlen noch nichts über die jeweiligen Beschäftigungsverhältnisse aussagt, zumal die o. g. Statistik lediglich sozialversicherungspflichtige Jobs erfasst.

Da Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter den Stammbelegschaften der Betriebe, in die sie vermittelt werden, nicht gleichgestellt sind und für die gleiche Tätigkeit in der Regel wesentlich niedrigere Löhne erhalten, besteht hier eine erhebliche Gerechtigkeitslücke, die dringend geschlossen werden muss. Der beste Weg wäre, Leiharbeit grundsätzlich abzuschaffen. So lange es dafür aber noch keine politischen Mehrheiten gibt, sollte wenigstens das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ verbindlich gelten.


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