Rentner verlieren massiv Kaufkraft

Osten besonders betroffen / Linksparteichef Riexinger prophezeit „Aufstand der grauen Köpfe“

15.10.2012 / Neues Deutschland vom 13.10.2012

In den vergangenen Jahren haben die Rentner etwa ein Fünftel ihrer Kaufkraft eingebüßt - vor allem im Osten. „Die neuen Zahlen sind eine Bankrottbilanz für die Rentenpolitik aller Kabinette seit der Jahrtausendwende“, sagte LINKEN-Chef Bernd Riexinger und sprach von einer "stillen sozialen Katastrophe" Berlin (nd). In den vergangenen Jahren haben die Rentner etwa ein Fünftel ihrer Kaufkraft eingebüßt - vor allem im Osten. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor, über die die „Thüringer Allgemeine“ berichtet. Der Vorsitzende der Linkspartei, Bernd Riexinger, warnte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter, werde „die Abwärtsspirale bei den Renten nicht gestoppt, dann gibt es einen Aufstand der grauen Köpfe“. Vor allem im Osten droht eine Lawine der Altersarmut, sagte der Gewerkschafter.

Die durchschnittlichen Rentenzahlbeträge nach Abzug aller Sozialbeiträge lagen den Zahlen der Bundesregierung zufolge im Westen bei 1.062 Euro und im Osten bei 1.047 Euro. Bei den Rentnerinnen und Rentnern der alten Länder kamen danach im Vergleich zum Jahr 2000 zwar im Durchschnitt 17 Euro mehr auf das Konto; in den neuen Ländern sank der Betrag im selben Zeitraum um 23 Euro. Weil seit 2000 der Verbraucherpreisindex aber um etwa 20 Prozent anstieg, ging die Kaufkraft zurück.

„Die neuen Zahlen sind eine Bankrottbilanz für die Rentenpolitik aller Kabinette seit der Jahrtausendwende“, so Riexinger. „Alles wird teurer, und die Rentner haben real jedes Jahr weniger Geld in der Tasche. Das ist eine stille soziale Katastrophe.“ Die Linkspartei forderte am Samstag erneut eine "große Rentenreform". Unter anderem sollten der Linkspartei zufolge die Renten nicht langsamer als die Bundestagsdiäten steigen dürfen. Außerdem müsse es eine neue Rentenformel geben, „damit die Rente wieder mit den Löhnen steigt“. Zudem müsse eine gesetzliche Mindestrente von zunächst 950 Euro eingeführt werden. Die Ostrenten sollten darüber hinaus bis 2017 schrittweise an das Westniveau angeglichen werden.

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