Aufsichtsratschefs verdienen prächtig

ver.di bub

14.05.2012

Im Gleichschritt geht es in den Dax-Konzernen nach oben: Parallel zu den Bezügen der Vorstandsvorsitzenden stiegen auch die der Aufsichtsratsvorsitzenden im Jahr 2011 um satte neun Prozent. Im Durchschnitt waren es 314.000 Euro. Absoluter Spitzenreiter ist – wie auch bei den Vorstandsbezügen – der VW-Konzern. Dessen Chefkontrolleur Piëch erhielt die stolze Summe von 850.000 Euro.


(Zur Tabelle auf ver.di-bub.de)

Nicht nur die absolute Höhe dieser Bezüge sticht ins Auge, in einigen Konzernen wurden zudem exorbitante Steigerungsraten erzielt. Die höchsten Zuwächse gab es bei der Allianz (+ 62 Prozent), bei BMW (+ 45 Prozent) und VW (+ 43 Prozent).

Einige der Herrschaften sitzen mehreren Kontrollgremien vor. Der VW-Patriarch Piëch z.B. ist auch bei MAN Aufsichtsratschef. Seine Tantieme dort beträgt 245.000 Euro. Manfred Schneider ist Vorsitzender bei Linde, Bayer und RWE. Da kommt ein ansehnliches Sümmchen zusammen, nämlich 936.000 Euro. Gerhard Cromme ist Aufsichtsratsvorsitzender bei Siemens und Thyssen. Sein Gesamtsalär beträgt 859.000 Euro.

Neben weiteren Mandaten in anderen Unternehmen kassieren viele Räte überdies noch üppige Sitzungsgelder (zwischen 500 und 1.500 Euro). Cromme und Piëch „kommen auf mehr als 40.000 Euro“ (Handelsblatt vom 24.04.2012).

Wie stark die Aufsichtsratstantiemen gestiegen sind, zeigt folgende Rechnung: Heute erhalten die Aufsichtsratsvorsitzenden fast so viel wie vor fünfzehn Jahren ein Vorstand des gleichen Unternehmens. Beispiel VW: Dort bekamen die sieben Vorstandsmitglieder 1996 umgerechnet im Schnitt 850.000 Euro, also exakt die Summe, die heute Piëch als Aufsichtsratsvorsitzender erhält.


Dr. Jürgen Glaubitz
Redaktioneller Stand: April 2012

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