IG Metall: Steuerlast gerecht verteilen

Steuerentlastung ist keine Alternative zu Lohnsteigerungen

15.02.2008 / IG Metall, Wirtschaft aktuell 06 / 2008 - Aktuelle wirtschaftspolitische Analysen der IG Metall

Nicht Steuern senken, sondern gerechter verteilen

Zwischen der IG-Metall und dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall gibt es unterschiedliche Auffassungen über die Sinnhaftigkeit von Steuersenkungen zum aktuellen Zeitpunkt. IG Metall-Vorstandsmitglied Wolfgang Rhode warnte in einem Gespräch mit der Leipziger Volkszeitung davor, eine Verbindung zwischen steuerlicher Entlastung und tariflichen Lohnsteigerungen herzustellen. Das Gebot der Stunde laute nicht: Steuern senken, sondern gerechter zu verteilen.
Tarifauseinandersetzungen hingegen blieben ein klassischer Verteilungskonflikt, in dem sich die Arbeitnehmer ihren gerechten Anteil an der Wohlstandsentwicklung holen. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser hatte mit Blick auf bevorstehende Tarifauseinandersetzungen im
Handelsblatt gefordert, die Steuerlast für mittlere Einkommen zu verringern. Facharbeiter, Techniker und Ingenieure seien von der Steuerprogression besonders betroffen, sagte
der Chef des Arbeitgeberverbandes. Die große Differenz zwischen Brutto- und Nettoeinkommen sei "ein zunehmendes Ärgernis". Kannegiessers Forderung sei populistisch und führe in die Irre, kritisierte das für wirtschaftspolitische Fragen zuständige Vorstandsmitglied der IG Metall.

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