Wie ernst nimmt Sahra Wagenknecht die soziale Frage?

Sozialismus.de Supplement zu Heft 12/2021

16.12.2021 / Franziska Wiethold

»Die Differenzen zu Sahra Wagenknechts Positionen existieren einerseits in zentralen Politikinhalten: Stärkung des Nationalstaates versus Internationaler Organisationen; Umgang mit Flüchtlingsbewegungen, mit Klimakrise, mit Gleichberechtigungspolitik und gesellschaftlicher Vielfalt. Die Differenzen beruhen gleichzeitig auf einem anderen handlungsleitenden Interesse: S. Wagenknecht beschreibt gesellschaftliche Prozesse durch die Brille eines vorher festgelegten Werturteils, das wichtige Differenzierungen ausklammert. Sie belegt Schichten/Milieus entgegen der Fakten mit eindeutigen positiven/negativen Zuschreibungen. Sie macht aus unterschiedlichen politischen Linien innerhalb der Linken Gegensätze. Sie negiert wechselseitige Lernprozesse in den verschiedenen Bewegungen, und beharrt auf ihrer Gegenüberstellung der sozialen und der kulturellen Frage. Zugleich bleibt ihr Interesse an der sozialen Frage merkwürdig abstrakt und damit nicht glaubwürdig. (...)

Ist das die angemessene Grundlage für ein Programm »für Gemeinsinn und Zusammenhalt«, wie sie im Untertitel ihres Buches fordert? Brauchen wir statt einer apodiktischen Abgrenzung gegenüber Anderen nicht eher die gemeinsame Suche nach Alternativen, den gemeinsamen Lernprozess?«

(...)

Inhalt

  • Polarisiert sich die Gesellschaft zwischen neuer akademischer Mittelschicht und abgehängten abhängig Beschäftigten?
  • Wächst die Distanz zwischen dem Lebensstil der akademischen Mittelschicht und den mittleren und einfachen Beschäftigten?
  • Soziale Lage und universelle Normen
  • Liberale Aufklärung versus Identitätspolitik?
  • Hat der »Linksliberalismus« die soziale Frage verdrängt?
  • Zum Schluss
  • Literatur

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