1,1 Billionen Euro im Vergleich

Von Wolfram Morales

09.03.2016 / 25.02.2016

Seit die EZB im Januar 2015 ankündigte, dass sie bis September 2016 vorerst im Umfang von 1,1 Billionen Euro Staats- und Unternehmensanleihen aufkaufen und ihre Bilanz entsprechend ausweiten wird, spielen bei der Wertung auch Sorgen um die schiere Summe dieser Aktivitäten eine Rolle.

An dieser Stelle einige Zahlen dazu.

  • Die Ausweitung der EZB-Bilanz um 1,1 Bill. EUR binnen 18 Monaten entspricht einem Zuwachs von rund 50 % der EZB-Bilanzsumme
  • 1,1 Bill. EUR stellen etwa 10 % der aktuellen Geldmenge im Euro-Raum dar und grob gerechnet auch 10 % des Bruttoinlandsprodukts
  • 1,1 Bill. EUR sind umgerechnet rund 3.254 EUR je Einwohner der Euro-Zone
  • Je Programm-Monat weitet die EZB ihre Bilanz damit um rund 181 EUR je Einwohner aus (erfreulicherweise muss niemand für die Bilanzsumme der EZB haften)
  • Wenn das Programm einmal umgesetzt ist, wird die Bilanzsumme der EZB rund 3 Bill. EUR betragen. Das ist gegenüber 2007 ein Zuwachs von 2 Bill. EUR oder 5.917 EUR je Einwohner
Vergleich zur Geldpolitik der Federal Reserve in den USA
  • Die Fed hat von Mitte 2008 bis Ende 2014 im Rahmen ihres vergleichbaren Programms ihre Bilanzsumme um 3,5 Bill. USD ausgeweitet
  • Umgerechnet auf die Einwohner der USA sind die zusätzlichen 3,5 Bill. USD rund 10.800 USD je Person
  • Die Fed ist damit, grob gerechnet, fast doppelt so forsch an die Bekämpfung des schwachen Wirtschaftswachstums und der Arbeitslosigkeit sowie der niedrigen Verbraucherpreissteigerung gegangen wie die EZB (Momentaufnahme Stand Anfang 2015)
  • Rechnerisch könnte die EZB (aktueller Wechselkurs von 0,91 EUR/USD zugrunde gelegt) in diesem Vergleich, nach Ende des laufenden 1,1 Bill. EUR-Programms, noch für weitere 1,5 Bill. EUR Anleihen kaufen oder noch ein weiteres Programm à 1,1 Bill EUR beschließen und würde damit vergleichsweise immer noch um rund 400 Mrd. EUR unter dem Fed-Niveau liegen.
  • Anders ausgedrückt, die EZB hat – gemessen an der Fed – noch „Luft nach oben“ um ihre Geldpolitik weiter auszuweiten.

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