Rot-Rot-Grün: Linken-Politiker wollen "Tür offenhalten"

Parteivize Troost und Ex-Vorsitzender Ernst plädieren für Gesprächsbereitschaft - Ziel sei, Merkel abzuwählen und soziale "Kernforderungen" durchzusetzen

22.06.2013 / Neues Deutschland vom 22.06.2013

Berlin (nd). Angesichts der politischen Umfragen haben Politiker der Linken appelliert, eine Zusammenarbeit mit SPD und Grünen nach der Bundestagswahl nicht auszuschließen. Der stellvertretende Parteivorsitzende Axel Troost sagte gegenüberder „Leipziger Volkszeitung“, die Linke sei „gut beraten, für die Zeit nach der Wahl nicht alle Türen zuzuschlagen“. Wenn Schwarz-Gelb „nur mit unseren Stimmen abgewählt werden kann, müssen Gespräche möglich sein“.


Ähnlich äußerte sich der frühere Vorsitzende der Linkspartei, Klaus Ernst. Er warb in der „Mitteldeutschen Zeitung“ dafür, die Perspektive einer rot-rot-grünen Zusammenarbeit offen zu halten. „Die Frage nach einer Mehrheit jenseits von Schwarz-Gelb wird nach der Wahl sicher rationaler diskutiert.“ Es müssten „Türen für Gespräche offen bleiben. Unsere Stimmen werden für die Abwahl von Merkel entscheidend sein“. Wenn es die Möglichkeit gebe, die Regierung aus Union und Freidemokraten „abzuwählen und unsere sozialen Kernforderungen durchzusetzen, müssen nach dem 22. September Gespräche möglich sein“.

In Umfragen kommen SPD und Grüne kommen in Umfragen derzeit zusammen auf Werte von 37 bis 40 Prozent. Die Linke wird von den Demoskopen mit 6 bis 8 Prozent bewertet.

Vor allem die SPD-Spitze hat eine Kooperation mit der Linkspartei in der Vergangenheit immer wieder brüsk abgelehnt. Zuletzt hatte Parteichef Sigmar Gabriel erklärt, bei der Linkspartei müssten die Sozialdemokraten "sicher noch zehn Jahre" warten. "Dann werden die Klugen dort so weit sein, sich zu überlegen, was man mit uns gemeinsam machen kann." Auch die Grünen haben der Linkspartei immer wieder vorgeworfen, "nicht regierungsfähig" zu sein. Die Frage einer Zusammenarbeit auf Bundesebene wird auch in der Linken kontrovers diskutiert.

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