Troost zum Sparkassen-Streit: Bundesregierung knickt ein

Bundesregierung verteidigt Sparkassen-Namensschutz nur halbherzig und beugt sich dem Druck der int. Finanzmärkte

19.07.2006

"Die Bundesregierung verteidigt den ‚Sparkassen’-Namensschutz nur halbherzig“, kommentiert Axel Troost, finanzpolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE, die Kritik des bayerischen Finanzministers Faltlhauser am jüngsten Verhandlungsvorschlag der Bundesregierung im „Sparkassen“-Namensstreit.

Zweifel an der Strategie der Bundesregierung werden durch eine bislang unveröffentlichte Antwort der Bundesregierung auf Fragen aus der Fraktion DIE LINKE bestätigt. Darin erklärt Barbara Hendricks, parlamentarische Staatssekretärin im Finanzministerium: Die EU-Beihilfeentscheidung zum diskriminierungsfreien Verkauf der Bankgesellschaft Berlin und der Berliner Sparkasse verlangt nicht, dass einem privaten Käufer die Verwendung des Namens „Sparkasse“ erlaubt werden muss.

„Die Strategie der Bundesregierung wird damit vollends undurchsichtig. Einerseits erklärt sie: Die Verkaufsauflage im ‚Fall Berlin’ erfordert nicht, dass der Name ‚Sparkasse’ an Private mitverkauft werden muss. Andererseits begründet sie ihre Kompromissvorschläge damit, dass der ‚Fall Berlin’ ein Aufweichen des Namensschutz notwendig mache.“

Der Sparkassen-Namensschutz in seiner heutigen Fassung stelle eine politische Hürde für Privatisierungen im öffentlich-rechtlichen Bankensektor dar. "Gerade im Zeitalter globalisierter Finanzmärkte ist es wichtig, dass Privatisierungen hier verhindert werden", so Troost weiter. Er hatte die Bundesregierung bereits wiederholt aufgefordert, konsequent für den Namensschutz zu kämpfen.

Der Originaltext der Antwort der Bundesregierung wird auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

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