"Die SPD kann nur Vertrauen zurückgewinnen, wenn sie sich zu 100 Prozent von der von ihr beschlossenen Rentenkürzung verabschiedet" erklärt die Vorsitzende der Partei DIE LINKE, Gesine Lötzsch, zu der Diskussion innerhalb der SPD zur Rente ab 67 Jahren. Gesine Lötzsch weiter:
Sigmar Gabriel geht einen mutigen Weg! Die Aufarbeitung der
Regierungszeit ist für die SPD ein schmerzlicher Prozess. Die
Rentenkürzungen waren ein Hauptgrund für die Niederlage der SPD bei der
letzten Bundestagswahl. Wenn die SPD die Kraft findet, diesen Fehler zu
korrigieren, dann würde sie vielen Menschen die Angst vor dem Alter in
Armut nehmen.
Allerdings ist es nicht vernünftig und praktikabel,
das Rentensystem den Schwankungen der Konjunktur auszusetzen. Selbst
wenn irgendwann 50 Prozent der 60- bis 64-Jährigen
sozialversicherungspflichtig beschäftigt wären, könnte sich das in
Krisenzeiten ganz schnell wieder ändern. Unser Rentensystem darf nicht
zum Spielball der Märkte gemacht werden. Es ist auch nicht einsichtig,
warum die 50 Prozent, die dann keine sozialversicherungspflichtige
Beschäftigung haben werden, mit einer Rentenkürzung leben sollten.
Ich
hoffe, dass sich die Reformer in der SPD auf dem Parteitag mit der
Forderung nach Rücknahme der Rente erst ab 67 durchsetzen. Das würde die
SPD für uns koalitionsfähiger machen und zeigen, dass sie bereit ist,
aus ihren Fehlern zu lernen.