Von Karl D. Bredthauer, Blätter für deutsche und internationale Politik 7/2010
Joachim Gauck ist nicht irgendwer, kein Deus ex machina, kein
unbeschriebenes Blatt. Als erster und prägender Chef der nach ihm salopp
als „Gauck-Behörde“ bezeichneten mehrtausendköpfigen Bundesdienststelle
wurde er zu einer Symbolfigur deutscher Geschichtspolitik. Er steht für
eine „Vergangenheitsbewältigung“ spezifischer Prägung, sozusagen die
vergangenheitspolitische Wende in Deutschland. Deren Zentrum bildet die
Denkfigur von den „zwei Diktaturen“, welche die Bundesrepublik nach dem
Untergang der DDR zu bewältigen habe. Die wie selbstverständlich
daherkommende Formel hat es in sich.
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