Linksfraktion
„Die gesunkene Zahl der Erwerbslosen ist kein Grund zum Jubel:
Bei genauerem Hinsehen erkennt man eine gefährliche Veränderung der
Struktur des Arbeitsmarktes“, erklärt Sabine Zimmermann zum aktuellen
Arbeitsmarktbericht der Bundesagentur für Arbeit. Die
arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE weiter:
„Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung wäre
ohne den anhaltenden Zuwachs der Teilzeitbeschäftigung gesunken. Im
Vergleich zum Vorjahr nahm sie um rund 190 000 Stellen zu, während die
Vollzeitbeschäftigung um rund 140 000 Stellen abgenommen hat. Verwundern
kann deshalb auch nicht die steigende Anzahl der Beschäftigten, die
ihren Lohn mit ergänzenden Hartz IV-Leistungen aufstocken müssen, deren
Anzahl im Vergleich zum Vorjahr um drei Prozent stieg. Ein deutlicher
Beleg dafür, dass ein einziges Arbeitsverhältnis nicht mehr zum Leben
ausreicht, ist die steigende Anzahl der Beschäftigten, die zusätzlich
einem Nebenjob nachgehen. Mittlerweile sind es 2,32 Millionen, die neben
ihrer Hauptbeschäftigung einen Zweitjob ausüben, um über die Runden zu
kommen.
Das normale sozialversicherungspflichtige Vollzeitarbeitsverhältnis wird
zunehmend verdrängt von Teilzeitbeschäftigung und schlecht entlohnter
Beschäftigung. Dieser Entwicklung muss die Bundesregierung dringend
entgegensteuern.“