15.3.2010
"Die SPD geht nach wie vor unehrlich mit ihrer Vergangenheit um
und scheut einen klaren Bruch mit der Hartz-Politik", sagt Sabine
Zimmermann. "Ihre Vorschläge sind erst einmal nur Lippenbekenntnisse,
die im Kontext der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen gesehen werden
müssen. Wenn die SPD es ernst meint, darf sie sich entsprechenden
Vorstößen der LINKEN im Bundestag nicht mehr wie bisher verweigern. Wir
werden das überprüfen", kündigt die arbeitsmarktpolitische Sprecherin
der Fraktion DIE LINKE an. "Wir brauchen kein Hartz IV light. Das gilt
insbesondere für die Frage eines sozialen Arbeitsmarktes bzw. der
öffentlich geförderten Beschäftigung. Anders als bei Ein-Euro-Jobs
müssen reguläre Arbeitsplätze geschaffen werden, tariflich bezahlt und
zu Mindestlohnbedingungen, freiwillig und zusätzlich."
Auch Katja Kipping, sozialpolitische Sprecherin der
Fraktion, zieht eine gemischte Bilanz: "Die SPD scheint einige
grundlegende Fehler der Hartz-Gesetze erkannt zu haben. Das zeigen ihre
Vorschläge zur Verlängerung des Arbeitslosengeldes I und der Aufhebung
der Vermögens-Überprüfung bei Hartz IV, mit denen sie sich auf DIE LINKE
zu bewegt. Was fehlt, ist der Verweis auf die Freiwilligkeit der
Annahme arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen, um nicht in die Nähe von
Arbeitszwang zu kommen. Das Schweigen zu den Themen Sanktionen und Höhe
der Leistungen bei Hartz IV zeigt indes, dass die SPD hinsichtlich der
grundrechtlichem Dimension von Mindestsicherungen auch noch einiges
dazulernen kann."