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Einkommensteuer
Der steuerliche Grundfreibetrag steigt von jährlich 7.834 Euro auf
8.004 Euro für Alleinstehende und von 15 669 Euro auf 16 009 Euro für
Ehepaare. Zusätzlich wird der Tarif der Einkommensteuer geringfügig an
die Inflation angepasst.
Die Fraktion DIE LINKE fordert eine grundlegend veränderte
Steuerpolitik. Wir wollen kleine und mittlere Einkommen entlasten, hohe
Einkommen und große Vermögen deutlich stärker besteuern. Von den
Veränderungen, die seit dem 1. Januar gelten, haben Geringverdiener
nichts. Mittlere Einkommen werden geringfügig und hohe Einkommen
stärker entlastet. Das ist der falsche Weg. Es ist an der Zeit, den
Grundfreibetrag deutlicher auf 9.300 Euro anzuheben, den
Spitzensteuersatz auf 53 Prozent zu erhöhen und eine Millionärssteuer
einzuführen.
ErbschaftsteuerWer ein Unternehmen erbt, muss in Zukunft geringere
Mindestlohnsummen und Behaltensfristen einhalten, um von der
Erbschaftssteuer befreit zu sein. Das bedeutet z.B., dass Erben mehr
Personal aus dem geerbten Unternehmen entlassen dürfen. Geschwister und
die Kinder von Geschwistern müssen in Zukunft weniger Erbschaftsteuer
bezahlen. Insgesamt werden Erben um ca. 420 Mio. Euro entlastet.
Die Fraktion DIE LINKE fordert, dass grundsätzlich alle Erben –
unabhängig von ihrer Stellung zum Vererbenden – Erbschaftsteuer in
gleicher Höhe zahlen. Für alle soll es einen einheitlichen
Grundfreibetrag in Höhe von 150.000 Euro geben. Für Erben, die das 60.
Lebensjahr vollendet haben, für Kinder, hinterbliebene Ehegatten und
für eine vom Vererbenden benannte Person (beispielsweise
Lebenspartner/in) verdoppelt sich dieser Freibetrag. Die
undifferenzierte Begünstigung von Betriebsvermögen wird aufgegeben.
Kindergeld
Das monatliche Kindergeld steigt um je 20 Euro - also auf 184 Euro
für das erste und zweite Kind, auf 190 Euro für das dritte Kind und auf
je 215 Euro für das vierte sowie weitere Kinder. Der jährliche
Kinderfreibetrag, den höhere Einkommen steuerlich geltend machen
können, steigt von 6.024 Euro auf 7.008 Euro.
Die Fraktion DIE LINKE fordert ein Kindergeld von 200 Euro. Um
Kinderarmut einzudämmen, ist es darüber hinaus wichtig, Kindergeld und
Kinderzuschlag zu einer „Kindergrundsicherung“ zusammenzuführen, die
mindestens 400 Euro im Monat (ohne Wohnkostenanteil) für alle Kinder
betragen muss.
Sozialversicherung
Zum Jahreswechsel steigen die sogenannten Beitragsbemessungsgrenzen
geringfügig. Das heißt: Besserverdienende zahlen monatlich rund 18 Euro
mehr an Sozialabgaben. In der Renten- und Arbeitslosenversicherung
steigt die Beitragsbemessungsgrenze um jeweils 100 Euro auf monatlich
5.500 Euro im Westen und 4.650 Euro im Osten. In der gesetzlichen
Kranken- und Pflegeversicherung wird die Grenze einheitlich um 75 Euro
auf 3.750 Euro nach oben verschoben. Oberhalb dieser Grenzen werden
keine Sozialabgaben auf das Einkommen fällig.
Die Fraktion DIE LINKE fordert eine solidarische Bürgerinnen- und
Bürgerversicherung, die für alle Menschen eine umfassende
Gesundheitsversorgung garantiert. Wer reicht ist, soll prozentual
genauso viel zahlen wie alle anderen. Deshalb will die LINKE die
Beitragsbemessungsgrenze abschaffen.
Kurzarbeitergeld
Kurzarbeitergeld, das Unternehmen im Jahr 2010 erstmals beantragen, ist auf maximal 18 Monate begrenzt (bislang 24 Monate).
Die Fraktion DIE LINKE fordert angesichts der tiefen Wirtschaftskrise,
das Kurzarbeitergeld auf 36 Monate und das Arbeitslosengeld I für alle
Anspruchsberechtigten auf 24 Monate zu verlängern. Das begrenzt
Verunsicherung und soziale Härten und stabilisiert die Binnennachfrage.
Darüber hinaus fordert die Fraktion DIE LINKE im Sinne von mehr
Gerechtigkeit und im Interesse einer Stabilisierung der Wirtschaft:
- einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn, der in den kommenden vier Jahren auf zehn Euro steigen soll,
- die Gleichstellung in Lohnfragen zwischen Frauen und Männern, zwischen Ost und West,
- höhere Hartz IV-Regelsätze für Erwachsene und Kinder,
- einen besseren Kündigungsschutz und mehr Mitbestimmung,
- ein Konjunkturprogramm für zwei Millionen zusätzliche Arbeitsplätze.