Axel Troost

DIE LINKE.

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08.12.2009

Jörg Huffschmid ist gestorben

Axel Troost

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Heute morgen, am 5.12.2009, ist Jörg Huffschmid friedlich für immer eingeschlafen.

Mit seinem Tod verlieren wir einen der weltweit bedeutendsten Ökonomen der Nachkriegszeit.

Jörg Huffschmid war nicht nur (zusammen mit Rudolf Hickel und Herbert Schui) 1975 Gründer der „Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik“ und hat dort über 35 Jahre wesentlich den wirtschaftspolitischen Diskurs bestimmt. Jahrzehntelang hat er jedes Jahr mit dem Entwurf der Kurzfassung der jährlichen Memoranden die politische Grundorientierung entwickelt - zuletzt im Februar 2009.

Jörg hatte bereits 1969 mit seinem kleinen im Suhrkamp-Verlag erschienen Buch „Die Politik des Kapitals. Konzentration und Wirtschaftspolitik in der Bundesrepublik.“ eine noch heute lesenswerte Analyse vorgelegt, die viele als frühen Vorläufer der späteren Memoranden sehen.

1995 war Jörg Gründungsmitglied und treibende Kraft der „Arbeitsgruppe European Economists for an Alternative Economic Policy in Europe“, die in den nächsten Tagen ihr EuroMemorandum 2009 vorstellen wird.

2000 war Jörg Huffschmid Mitglied der Enquête-Kommission des Deutschen Bundestages „Globalisierung der Weltwirtschaft - Herausforderungen und Antworten“. Er war Mitherausgeber der politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift „Blätter für deutsche und internationale Politik“ und saß in den Beiräten von „Wissenschaft und Frieden“, der „Bremischen Stiftung für Rüstungskonversion“, von „Z. Zeitschrift marxistische Erneuerung“ und des globalisierungskritischen Netzwerks Attac.

Persönlich verliere ich mit Jörg einen Menschen, der für mich in den letzten 30 Jahren Lehrer und Mentor, Mahner nicht abzuheben und wissenschaftlicher Berater, aber vor allem guter Freund war. Über 15 Jahre - vor und nach 1990 - haben wir in einem gemeinsamen Bauernhaus fast jedes Wochenende mit unseren Kindern verbracht und in vielen dutzenden Nächten beim Grill- und Lagerfeuer unter der großen Buche oder in der Küche Visionen für eine bessere Welt diskutiert und wieder verworfen. Auch danach boten die zwei jährlichen gemeinsamen Essen in seinem neuen (Bauern)Haus die Gelegenheit, sich in größerer Runde mit langjährigen MitstreiterInnen intensiv auszutauschen. Im Bundestag hat er uns in den letzten Jahren erheblich mitgeholfen, unsere Positionen zur Finanzmarktkrise und den Forderungen nach konkreten Maßnahmen der Banken- und Finanzmarktregulierung zu schärfen.

Ich werde Jörg sehr vermissen.

Sein Tod sollte für uns alle Ansporn sein, weiter und noch stärker gegen Massenarbeitslosigkeit und Armut, ökologische Zerstörung und soziale Unsicherheit zu kämpfen und konkrete Maßnahmen für soziale Gerechtigkeit und soziale Sicherheit durchzusetzen.


Axel Troost

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Die Internetseite von Jörg Huffschmid

Publikationen von und über Jörg Huffschmid, fotografische Erinnerungen

Ein kleines Archiv zum Werk von Jörg Huffschmid

Jörg Huffschmid. 1940 – 2009, Rainer Rilling

Trauer um Jörg Huffschmid, Nachruf auf den Seiten der Rosa Luxemburg-Stiftung

Jörg Huffschmid bei Wikipedia
Schlagworte zu diesem Artikel: Nachruf,

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