ddp/jW
Die Tarifverhandlungen für die rund 700000 Beschäftigten
der Bundesländer (außer Hessen und Berlin) sind
ergebnislos vertagt worden. Das Angebot der Arbeitgeberseite sei
insgesamt in keiner Form akzeptabel, sagte der Chef der
Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, am Samstag in
Potsdam. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) hatte
den Gewerkschaften ab Juli bis Ende 2010 eine Lohnerhöhung von
4,2 Prozent angeboten. Die Verhandlungen sollen am 28. Februar
fortgesetzt werden. Bis dahin kündigte Bsirske weitere
Warnstreiks an. Die Gewerkschaften senkten indes ihre eigentliche
Forderung von acht Prozent mehr Lohn leicht auf etwas über
sieben Prozent. Das sei im Endergebnis nicht verhandelbar, sagte
der TdL-Vorsitzende, Niedersachsens Finanzminister Hartmut
Möllring (CDU).
Die angekündigten Verhandlungen werden Bsirske zufolge die
entscheidenden sein. Der ver.di-Chef kritisierte die TdL-Offerte
als »unerträglich«, da es eine
»Doppel-Null« in diesem und kommenden Jahr für die
Beschäftigten bedeute. Möllring betonte mit Blick auf die
kommenden Verhandlungen: »Wenn das Angebot nicht angenommen
wird, bleibt es beim alten Tarifvertrag«. Frank Stöhr,
dbb-Verhandlungsführer, kündigte ebenfalls
verstärkte Proteste der Beschäftigten an. Sie würden
den Ministerpräsidenten mit Mahnwachen vor den Staatskanzleien
vielleicht beim Nachdenken helfen, sagte er. Das Angebot der TdL
sei »völlig unzureichend« und laufe bis Ende 2010
auf Reallohnverluste für die Beschäftigten hinaus. Neben
ver.di sind auch die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW),
die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Tarifunion des
Beamtenbundes (dbb) mit dabei, da das Ergebnis auch auf rund 1,25
Millionen Beamte bei Bund und Kommunen übertragen werden soll.
Der Tarifvertrag für die 1,2 Millionen kommunalen und
Bundesbeschäftigten war bereits am 31.Dezember 2008
ausgelaufen.