Bodo Ramelow, Linksfraktion, Pressemitteilung
„Die Länder werden durch die vereinbarte strukturelle
Verschuldungsregel (0,35 BIP für den Bund 0,0 Prozent für die Länder)
klar benachteiligt. Daran ändern auch die befristeten Finanzhilfen für
einige Bundesländer nicht. Sie bekommen deutlichen weniger Geld als
ihre Ministerpräsidenten gefordert haben und dies zu deutlich
schlechteren Bedingungen“, so Bodo Ramelow zur heutigen Klausurtagung
der Föderalismuskommission. Der stellvertretender Vorsitzender der
Fraktion DIE LINKE und Mitglied der Kommission weiter:„Die
Linke hat heute in einem Schreiben an die Kommissionsvorsitzenden
Oettinger und Struck umfangreiche verfassungsrechtliche Einwände gegen
die für die Länder geplante neue Schuldenregel erhoben. Sie ist aus
Sicht der Linken ein so schwerwiegender Eingriff in die
Haushaltsautonomie der Länder, dass deren Eigenstaatlichkeit damit
langfristig gefährdet wird. Die Landesverfassungen und damit auch die
Länderparlamente werden an dieser Stelle umgangen und ausgehebelt.
Die Mehrheit der Kommission hat zu keinem Zeitpunkt auch nur einen
Vorschlag, weder einen der Vertreter der Landtage noch einen der
Vertreter der kommunalen Spitzenverbände aufgegriffen. Das betrifft
insbesondere Überlegungen zum Umgang mit den Altschulden der
finanzschwachen Länder und Kommunen. Unser Eindruck, dass die Koalition
gemeinsam mit den Landesregierungen so die Länderparlamente aushebelt,
wird dadurch noch verstärkt. Die Länderparlamente, die mit dem Lübecker
Konvent ihr umfassendes Bedürfnis und ihre Bereitschaft an der
Föderalismusreform mitzuwirken bekundeten, haben dafür nichts anderes
bekommen, als eine schallende Ohrfeige.“