Werner Dreibus, Fraktion DIE LINKE. im Bundestag, Pressestelle
„Der gesetzliche Mindestlohn ist ohne Alternative“, kommentiert Werner
Dreibus, stellvertretender Vorsitzender und gewerkschaftspolitischer
Sprecher der Fraktion DIE LINKE die von der Bundesregierung
beabsichtigten Branchenmindestlöhne.
„Natürlich nützen die jetzt vereinbarten Branchenmindestlöhne den
betroffenen Beschäftigten. Aber bei mehr als sechs Millionen Menschen
in Niedriglohnbeschäftigung ist doch klar, dass an einer allgemeinen
gesetzlichen Lohnuntergrenze kein Weg vorbei führt.
Wir haben immer gesagt, dass Branchenmindestlöhne nur eine Ergänzung zu
einem allgemein gültigen Mindestlohn sein können, sofern sie über dem
gesetzlichen Mindestlohn liegen. Branchenmindestlöhne allein
produzieren einen unübersichtlichen Flickenteppich, der zudem
zahlreiche weiße Flecken aufweisen wird. Außerdem ist nicht garantiert,
dass Branchenmindestlöhne eine Existenz sichernde Höhe erreichen.
Das schafft nur ein gesetzlicher Mindestlohn. Hier können wir uns an
Frankreich orientieren. Dort liegt der Mindestlohn gegenwärtig bei 8,71
Euro.
DIE LINKE fordert die SPD daher auf, die parlamentarische Mehrheit im
Bundestag für den gesetzlichen Mindestlohn endlich zu nutzen und Armut
trotz Arbeit einen wirksamen Riegel vorzuschieben.
Auch ein Mindestlohn in der Zeitarbeitsbranche ist sinnvoll, um den
Dumpingtarifverträgen der so genannten christlichen Gewerkschaften ein
Riegel vorzuschieben. Generell muss jedoch gelten: Gleicher Lohn für
gleiche Arbeit. Die gesetzliche Möglichkeit, durch Tarifverträge dieses
Prinzip in der Zeitarbeit zu umgehen, gehört abgeschafft.“