MdB Werner Dreibus, Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
"Das Entsendegesetz allein taugt offensichtlich nicht zur Einführung
von Mindestlöhnen", konstatiert Werner Dreibus nach dem Urteil des
Oberverwaltungsgerichts Berlin zum Post-Mindestlohn. Aus Sicht des
stellvertretenden Vorsitzenden und gewerkschaftspolitischen Sprechers
der Fraktion DIE LINKE gibt es deshalb nur eine Alternative: "Ein
gesetzlicher Mindestlohn muss her – in Verbindung mit
Branchenmindestlöhnen, sofern diese über dem gesetzlichen Mindestlohn
liegen. Die Bundesregierung muss endlich handeln." Dreibus weiter:
"Ein gesetzlicher Mindestlohn würde ein Existenz sicherndes Einkommen
für alle Beschäftigten ermöglichen. Hier können wir uns an Frankreich
orientieren. Dort liegt der Mindestlohn gegenwärtig bei 8,71 Euro.
Im Fall der Postbranche wäre die Sache klar: Der ordentliche
Tarifvertrag mit Verdi würde den Mindestlohn für die Branche
definieren, weil er über dem gesetzlichen Mindestlohn liegt. Andere
Tarifverträge für die Branche, die weniger als 8,71 Euro als
Mindestlohn vorsähen, hätten keine Gültigkeit.
Vorausgesetzt ist dabei natürlich, dass diese Tarifverträge überhaupt
in Übereinstimmung mit geltendem Recht zustande gekommen sind. Das ist
bei dem von der so genannten Gewerkschaft der Brief- und Zustelldienste
geschlossenen Vertrag ganz sicher nicht der Fall. Das ist keine
Gewerkschaft sondern eine Briefkastenfirma, gegründet von den
Arbeitgebern mit dem Ziel, Dumpinglöhne durchzudrücken."
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