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Donnerstag, 04. Dezember 2008
- TOP 3 c): Antrag "Angleichung des aktuellen Rentenwerts (Ost) an den aktuellen Rentenwert" Drs. 16/6734
Es
geht darum, den Rentenwert Ost an denjenigen in Westdeutschland
anzugleichen. Grund ist im Wesentlichen die angeglichenen
Lebenshaltungskosten in Ost wie West, die geringere Renten im Osten
nicht mehr rechtfertigen können. Die Angleichung soll stufenweise und
steuerfinanziert erfolgen.
- TOP 5: Entschließungsantrag zur dritten Beratung eines Gesetzes zur Förderung von Familien und haushaltsnahen Dienstleistungen Drs. 16/...
Das
steuerfreie Existenzminimum und damit der Kinderfreibetrag und das
Kindergeld sind zu niedrig. Dazu kommt, dass Eltern mit hohen Einkommen
einen höheren Vorteil aus dem dualen System haben, als Eltern mit
niedrigen und mittleren Einkommen. Aus diesem Grund sollen das
Existenzminimum und das Kindergeld angehoben werden.
- TOP 6: Antrag "Kindergelderhöhung sofort auch bei Hartz IV wirksam machen" Drs. 16/10616
Die
geplante Kindergelderhöhung um 10 Euro bzw. um 16 Euro ab dem dritten
Kind soll nicht bei Familien in Hartz IV auf die Regelleistung des
Kindes angerechnet werden, bis der Regelsatz für Kinder dem
existenznotwendigen Bedarf von Kindern angepasst wurde. Sie sollen auch
von der Erhöhung des Kindergeldes profitieren können. Eine solche
Regierungsmaßnahme hatte auch Rot-Grün 1999 bei der Kindergelderhöhung
vorgenommen.
- TOP 8 b): Antrag "Hochschulpakt II für mehr Qualität, soziale Öffnung und zur Ausfinanzierung des deutschen Hochschulesystems vereinbaren" Drs. 16/...
Der
laufende Hochschulpakt ist auf Grund seiner Unterfinanzierung aber auch
wegen der Unverbindlichkeit ein Flop. Obwohl bis 20015 275.000 junge
Menschen zusätzlich eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben, bauen
die Länder kaum neue Studienplätze auf. DIE LINKE fordert in diesem
Antrag die Bundesregierung auf, schnellstmöglich zu einer verbindlichen
Vereinbarung mit den Ländern über einen Hochschulpakt II zu kommen.
Dieser muss den Aufbau eines bedarfsgerechten Studienangebots sichern.
- TOP 12 a): Antrag "Europäische Nachbarschaftspolitik zur Förderung von Frieden und Stabilität im Südkaukasus nutzen" Drs. 16/8186
Die
LINKE fordert eine faire, partnerschaftliche EU-Nachbarschaftspolitik,
die soziale Aspekte berücksichtigt und den Empfängerländern eine
selbstbestimmte Entwicklung zugesteht. Die LINKE unterstreicht ihre
antimilitaristische und friedenspolitische Position in ihren
Forderungen zur Lösung der südkaukasischen Regionalkonflikte.
- TOP 18: Antrag "Hermes-Bürgschaft für das Ilisu-Staudammprojekt zurückziehen" Drs. 16/9308
Februar
2008 legte eine Expertenkommission einen Bericht vor, der nachweist,
dass die Türkei zahlreiche der Auflagen nicht erfüllt. Die Türkei
missachtet durch Zwangsenteignung Menschenrechte, die ökologischen
Folgen für Wasserhaushalt und biologische Vielfalt sind unabsehbar. Die
deutsche Beteiligung ist sofort zu stoppen.
- TOP 22: Antrag "Entgeltgleichheit zwischen den Geschlechtern wirksam durchsetzen" Drs. 16/...
Der
Antrag verfolgt das Ziel, die ungleiche Entlohnung von Frauen gegenüber
Männern aufzuheben. Die Tarifparteien sollen verbindlich daran
mitwirken, dass Frauen das gleiche Entgelt bei gleichwertiger Arbeit
erhalten. Insbesondere die Einführung des Mindestlohnsektors würde zu
mehr Geschlechtergerechtigkeit führen, da der Niedriglohnsektor
überwiegend weiblich ist.
- TOP 23: Entschließungsantrag und Änderungsantrag zum
Gesetzentwurf zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte
von Menschen mit Behinderungen sowie zum Fakultativprotokoll Drs. 16/...
Die
UN-Behindertenrechtskonvention hebt die Behindertenpolitik endlich von
der Ebene der Fürsorge auf die Ebene der Menschenrechtspolitik. Allein
mit der Ratifikation der Konvention ergeben sich aber noch keine
subjektiven Ansprüche. DIE LINKE fordert deshalb von der
Bundesregierung, ein Umsetzungsprogramm vorzulegen, damit relevante
Gesetzesänderungen eingeleitet werden. Außerdem soll die
Bundesregierung in Kooperation mit Behindertenverbänden die mangelhafte
deutsche Übersetzung überarbeiten.
- TOP 26: Antrag "Sozialticket für die Deutsche Bahn" Drs. 16/10264
In
immer mehr Regionen streiten soziale Initiativen zusammen mit der
LINKEN für die Einführung eines Sozialtickets für den öffentlichen
Nahverkehr. Dem steht für den Bahn-Fernverkehr keine vergleichbare
Initiative oder Möglichkeit gegenüber. Als notwendige Ergänzung tritt
DIE LINKE daher für ein Sozialticket für die Deutsche Bahn ein und
fordert die Bundesregierung auf, ihren Einfluss hierfür geltend zu
machen.
- TOP 30: Antrag "Die eigenständige Existenzsicherung von Stiefkindern sicherstellen - § 9 Abs. 2 Satz 2 SGB II reformieren" Drs. 16/9490
Für
Sozialgeld beziehende Kinder im SGB II (Hartz IV) ist das Einkommen und
Vermögen von Stiefeltern bei der Bedarfsermittlung zu berücksichtigen.
Dies bedeutet die Einführung einer faktischen Unterhaltsverpflichtung,
die durch das BGB nicht gedeckt ist. Durch die Regelung ist die
Existenz von Stiefkindern gefährdet, da zivilrechtlich eine faktische
Unterhaltsleistung nicht eingeklagt werden kann. Dies muss korrigiert
werden.
- TOP 32: Antrag "Mitbestimmungsrechte von Kindern und Jugendlichen erweitern - Partizipation umfassend sichern" Drs. 16/7110
Zur
Stärkung der Rechte von Kindern und Jugendlichen wird an den Orten
angesetzt, wo sich Kinder und Jugendliche in der Regel aufhalten (in
Kindertagesstätten, Schulen, Horten, Jugendklubs und -zentren, am
Ausbildungsplatz/Studium etc.). Soziale Absicherung ist die
Grundvoraussetzung jeglicher Beteiligung an demokratischen
Entscheidungsprozessen. Statt eines bloßen Versprechens zu mehr
Partizipation ist deshalb eine rechtsförmige Verankerung von konkreten
Mitbestimmungsrechten wichtig.
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Freitag, 05. Dezember 2008
- TOP 37 b): Antrag "Arbeitslosenversicherung stärken, Ansprüche sichern, öffentlich geförderte Beschäftigte einbeziehen" Drs. 16/10511
Mit
jeder sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit soll eine Arbeitnehmerin
oder ein Arbeitnehmer auch die Chance haben, sich für den Fall der
erneuten Arbeitslosigkeit durch Beitragszahlung in die
Arbeitslosenversicherung abzusichern. Die Arbeitslosenversicherung wird
durch einen umfassenden Rahmen der Beitragszahler gestärkt.
- TOP 37 d): Antrag "Handlungsfähigkeit der Bundesagentur für Arbeit erhalten, auf Senkung der Beitragssätze verzichten" Drs. 16/10618
Bereits
jetzt ist absehbar, dass die Finanzmarktkrise nicht ohne Auswirkungen
auf den Arbeitsmarkt sein wird. Um dem zu erwartenden Anstieg an
Arbeitslosen entgegenzuwirken benötigt die BA für eine aktive
Arbeitsmarktpolitik die entsprechenden finanziellen Mittel. Die
geplante Beitragssenkung für aber dazu, dass die BA 2009 noch ein
größeres Defizit als bisher angenommen ausweisen wird. Nach Prognosen
beträgt dies 2,5 bis 5 Milliarden ¤.
- TOP 39 a): Antrag "Verbesserung des Verbraucherschutzes bei Erwerb von Kapitalanlagen" Drs. 16/...
Bei
der Bewältigung der Finanzkrise wurden die Verbraucherinnen und
Verbraucher vergessen. Tausende Menschen haben ihre Rücklagen fürs
Alter verloren. Ursache für den Verlust waren oftmals Falschberatungen.
Die Beratungspflichten von Anlageberatern und Bankern sind deshalb zu
erweitern und die Haftung der Finanzinstitute zu verschärfen.
- TOP 40: Antrag "Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte, der
Zivil- und Sozialpakt - Grundlagen für einen unteilbaren und
universellen Menschenrechtsschutz" Drs. 16/...
Die
Bundesrepublik Deutschland ist ein Staat, der einen ausgeprägt hohen
Menschenrechtsstandard aufweist. Aber auch die Bundesrepublik
Deutschland hat noch unausgeschöpfte Potenziale. Nach Angaben des
Statistischen Bundesamtes liegt der Bruttostundenverdienst von Frauen
aber um 23 Prozent unter dem der Männer. Auch das fundamentale
Grundprinzip guter Arbeit, dass jeder von seiner Arbeit in Würde leben
können muss, ist in der Bundesrepublik Deutschland nicht gesichert.
- TOP 41: Antrag "Bei öffentlichen Aufträgen sozial-ökologische Anliegen und Tariftreue durchsetzen" Drs. 16/6930
Eine
Reform des Vergaberechts auf Bundesebene soll die Einhaltung von
Tariftreue (bzw. von die Bezahlung eines Mindestlohns bei darunter
liegenden Tarifvereinbarungen), von internationalen Arbeits- und
Menschenrechtsstandards sowie von klima- und umweltpolitischen
Kriterien im öffentlichen Beschaffungswesen sicherstellen. Zudem soll
der Faire Handel unterstützt werden. Für die Vergabestellen der
Bundeseinrichtungen bedarf es konkreter Umsetzungs-, Kontroll- und
Qualifizierungsmaßnahmen.
- TOP 41: Antrag "Tariftreue europarechtlich absichern" Drs. 16/9636
Die
Tarifautonomie wird weiter ausgehöhlt, wenn nicht einmal mehr die
öffentliche Hand bei von ihr bezahlten Dienstleistungen auf einer
tariflichen Entlohnung besteht. DIE LINKE im Bundestag fordert nach dem
Skandal-Urteil des EuGH eine soziale Fortschrittsklausel in den
europäischen Verträgen sowie Klarstellungen in den entsprechenden
EU-Richtlinien und dem bundesdeutschen Vergaberecht. Die Richter des
EuGH brauchen klare Grenzen.
- TOP 45: Gesetzentwurf "Änderung des Gesetzes über die Bildung
eines Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen
Entwicklung" Drs. 16/8980
Offenlegung der Tätigkeiten und
Einkünfte der Mitglieder des Sachverständigenrates, um Einflussnahme
der Privatwirtschaft auf die Analysen und Empfehlungen des
Sachverständigenrates und der daraus folgenden Entscheidungen der
Bundesregierung zu vermeiden.