MdB Volker Schneider, Pressemitteilung der Fraktion DIE LINKE. im Bundestag
„Nach den Plänen der Bundesregierung werden vier Generationen der
Ostdeutschen gleiche Renten für gleiche Lebensleistungen verwehrt.
Merkel und Tiefensee haben ihre Versprechen gegenüber den ostdeutschen
Rentnerinnen und Rentnern sowie den Beschäftigten damit gebrochen“,
kommentiert Volker Schneider, rentenpolitischer Sprecher der Fraktion
DIE LINKE, die Meldungen, wonach die Bundesregierung frühestens im Jahr
2020 ein einheitliches Rentenrecht einführen will und bis dahin
erworbene Rentenansprüche nicht anzugleichen beabsichtigt. Schneider:
„Den Beschäftigten und den Bestandsrentnern wird ab 2020 jegliche
Angleichungsperspektive genommen. Damit ist amtlich: Die
Rentenangleichung Ost wird endgültig auf den Sankt Nimmerleinstag
verschoben. Einheitliche Alterseinkommen in Ost und West würde es
demnach frühestens im Jahr 2067 geben.
Besonders perfide: Weil auch bis 2020 die Löhne in Ost und West nicht
angeglichen sein werden, führt ein einheitliches Rentenrecht auf der
Basis einer gesamtdeutschen Lohnentwicklung auch zu einer
Schlechterstellung der Rentnerinnen und Rentner im Westen. Ein
gegenseitiges Ausspielen der Menschen in Ost und West ist mit der
LINKEN nicht zu machen. Wer ein einheitliches Rentenrecht erst im Jahr
2020 will, der betrügt Millionen von Menschen um ihre Lebensleistung.
Die Abschaffung der jetzigen Aufwertung der ostdeutschen Löhne und
Gehälter für die Berechnung der späteren Rentenansprüche, verschärft
zugleich die Einkommensschere zwischen Ost und West weiter.
DIE LINKE hat im Bundestag einen detaillierten Plan zur Anhebung des
Rentenwerts Ost an das Westniveau vorgelegt. Sie unterstützt ein von
Verdi und den Sozialverbänden vorgelegtes Modell, wonach der Rückstand
beim Rentenwert Ost von 12,1 Prozent schrittweise durch
steuerfinanzierte Zuschläge ausgeglichen werden soll. Damit könnte ein
finanzierbarer und fairer Ausgleich für Ost und West geschaffen werden.
DIE LINKE. wird deshalb das Stufenmodell erneut zur Abstimmung stellen.
Sollte die Große Koalition den Vorschlag erneut ablehnen, wird für
viele Ostdeutsche die Erkenntnis bleiben, lediglich Bundesbürger
zweiter Klasse zu sein.