Dorothée Menzner, DIE LINKE., Pressemitteilung
Zum neuerlichen Vorstoß von Bahnchef Hartmut Mehdorn, private
Kapitalgeber schon im kommenden Jahr an der Deutschen Bahn AG (DB AG)
zu beteiligen, erklärt Dorothée Menzner, die verkehrspolitische
Sprecherin der Fraktion DIE LINKE:Hartmut Mehdorn
pokert weiter mit Bundeseigentum. Weil sein Konzern 19 Milliarden Euro
Schulden vor sich her schiebt, will der Bahnchef jetzt den
Logistik-Bereich und die Personen- und Güterzüge den Kapitalinteressen
opfern. Er will diese Bereiche der DB AG mit einem Jahresumsatz von
weit mehr als 20 Milliarden Euro in einer Subholding-Gesellschaft
zusammenfassen. Es ist zu befürchten, dass davon die Hälfte für
läppische drei Milliarden Euro an private Investoren verhökert werden
könnte. Das wäre eine Verschleuderung von Volksvermögen.
Mehdorn plant, diese Entscheidung ohne ein Votum des Bundestages zu
treffen. Die Volksvertreter wären außen vor, obwohl der Bund dann
künftig dem Rendite-Ziel der Investoren Rechnung zu tragen hätte. Das
Schienennetz würde weiter dem Interesse des Konzerns und dem Einfluss
des Bahnchefs unterworfen bleiben. Zudem wären die
Eingriffsmöglichkeiten, die das Aktienrecht dem Bund belässt, in einem
doppelt verschachtelten DB-Konzern stärker blockiert als heute.
Die Folgen von Mehdorns Plan B zur Bahnprivatisierung: Der Bund hätte
künftig noch weniger zu melden, der Bahnchef umso mehr. Dem Ziel der
Bahnreform, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, wäre besser
gedient, würde der Bund die DB AG auflösen, deren Chef aus dem Verkehr
ziehen und die Bahnprivatisierung endlich ad acta legen.